"Also Kaffee. Irgendein Philosoph, und es muss einer der größten gewesen sein, hat einmal gesagt, dass sei das Beste am Kaffee, das er in jede Tagesstunde hineinpasse. Wahrhaftig. Worte eines Weisen."
(Theodor Fontane in "Irrungen, Wirrungen")
Kaffee hat seinen Ursprung in Afrika, die Hauptsorten sind Arabica und Robusta. Der Arabica hat seinen Ursprung in Äthiopien, während Robusta im Kongo entdeckt wurde. Systematischer Arabica-Kaffeeanbau wurde bereits im 15. Jh. im Yemen betrieben, dagegen wurde die ersten Robusta-Kaffee Plantage erst um 1900 in Indonesien angelegt.
Die Arabicabohne benötigt Durchschnittstemperaturen von 18 bis 25 Grad und gedeiht meist in einer Anbauhöhe zwischen 600 bis 1.200m. Als besonders wertvoll werden sog. Hochlandkaffees angesehen, da sie aufgrund der exzellenten Bedingungen mit einer besonders feinen Säure und hervorragenden Geschmack ausgestattet sind. Die Robustabohne verträgt höhere Temperaturen, ist zugleich aber auch kälteempfindlicher als Arabica. Sie wächst vornehmlich in einer Höhe von 300 bis 800m.
Der Kaffee wächst an Sträuchern der Pflanzenfamilie Coffea. Die Pflanzen bringen nach drei bis vier Jahren die ersten Erträge und erreichen ihren Produktionshöhepunkt nach etwa acht Jahren. Um einen Sack Rohkaffee zu füllen, müssen etwa 100 Arabica Bäume abgeerntet werden, da der einzelne Kaffeebaum nicht mehr als ein bis zwei Pfund p. A. liefert. Die einzelnen Kaffeeblüten sind schneeweiß, die rote reife Frucht (Kaffeekirsche) enthält zwei Kerne, die Kaffeebohnen. Kaffeekirschen benötigen eine Reifezeit von sechs bis zehn Monaten. Maßgebend für die Erntezeit sind der Breitengrad und die Anbauhöhe. Da die Kirschen nur reif geerntet werden sollen, kommt es zu einer, der Weinlese vergleichbaren, Auslese. Die Haupternte erstreckt sich grds. auf eine Zeit von 10 bis 12 Wochen. Geerntet wird häufig immer noch von Hand, da dies ein hoher Garant für Qualitätssicherung darstellt. Daneben steht noch die Tatsache, dass einige Plantagen nur schwer zugänglich sind, was den Einsatz von Erntemaschinen ebenfalls unmöglich macht.
Nach dem Pflücken der Kaffeekirschen müssen die Bohnen von ihrer gesamten Ummantelung getrennt werden. Dies zu erreichen, umfasst etliche Arbeitsgänge, wovon an dieser Stelle nur die Wesentlichen genannt werden sollen. Am Anfang jener Schritte steht entweder die nasse oder die traditionell, trockene Aufbereitung. Hierbei werden die Bohnen von einem Großteil ihres Mantels befreit. Die nasse Aufbereitungsmethode ist weitaus schneller, zugleich jedoch mit einem enormen Wasserverbrauch verbunden (130-150l Quellwasser für 1kg Rohkaffee). Entscheidend für die Wahl der Aufbereitung sind die klimatischen Bedingungen des Anbaugebiets. Im Anschluss an die Aufbereitung, werden die Bohnen im sog. Schälgang von verbliebenen Resten befreit.
Nachdem die Kaffeebohnen nach Größe, Dichte und Farbe sortiert wurden, kann der Rohkaffee endlich in Säcke abgefüllt werden und die Reise zu unserer Kaffeerösterei antreten.